13.03.2017

Russland-Exporte der Thüringer Wirtschaft weiter im Sinkflug

Neue Chancen in Sicht – IHK-Workshop informiert
Russlands Wirtschaft dürfte 2017 nach zwei Jahren Rezession wieder wachsen, wenn auch nur leicht. Trotz wechselseitiger Sanktionen, Rubelabwertung und Konjunkturschwäche in Russland haben sich die Exporterwartungen der deutschen Unternehmen wieder etwas aufgehellt, so das Ergebnis der aktuellen Umfrage der Deutschen Auslandshandelskammer (AHK) Russland. Die Exporte des Freistaats ins größte Land der Welt brachen in den letzten Jahren fast um die Hälfte ein. Die Thüringer Wirtschaft ringt weiter darum, die oft langjährigen Geschäftsbeziehungen aufrechtzuhalten.
In 2016 sanken die Thüringer Exporte nach Russland im Vergleich zum Jahr 2013 – vor den Sanktionen – um 42,9 Prozent auf nur noch 217 Millionen Euro. „Die Krise der russischen Wirtschaft hat inzwischen zu deutlichen Umsatzeinbußen bei den Unternehmen im Freistaat geführt. Mit der anhaltenden Wirtschafts- und Sanktionslage ist branchenübergreifend Ernüchterung eingekehrt“, sagt Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Derzeit würden rund 390 Betriebe aus dem Freistaat regelmäßige Handelsbeziehungen mit Russland unterhalten. Thüringen liefere vor allem pharmazeutische Produkte, Waren aus Kunststoff, Werkzeugmaschinen und Fahrzeuge.
Aktuell scheint sich die Lage etwas zu bessern. „Die russische Wirtschaft kommt 2017 langsam aus der Krise. Nach zwei Jahren der Rezession wird erstmals wieder ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von etwa einem Prozent prognostiziert, 2018 über 1,5 Prozent und 2019 bereits wieder mehr als zwei Prozent“, so der IHK-Chef. Deutsche Unternehmen in Russland seien deutlich positiver in das neue Jahr gestartet. Dies habe die aktuelle Umfrage der AHK Russland zum Geschäftsklima ergeben. Zwei Drittel der Betriebe vor Ort erwarteten 2017 eine positive Entwicklung, 63 Prozent rechneten mit steigenden Umsätzen und ein Drittel wolle kurzfristig investieren.
Dennoch habe die russische Wirtschaft weiterhin ein ganzes Bündel von Problemen zu bewältigen, beispielsweise die Inflations- und Wechselkursschwankungen und die immer noch schwache Binnenkonjunktur. Doch auch unter diesen Rahmenbedingungen würden sich interessante Chancen für jene Thüringer Unternehmen bieten, die antizyklisch agieren und die Gegebenheiten zu nutzen wissen.
Welche Auswirkungen und Möglichkeiten sich aus der momentanen Situation für die einheimische Exportwirtschaft ergeben, erfahren interessierte Firmen beim morgigen „Business Roundtable Russland“ in der IHK Erfurt. „Angesichts der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in Russland und der verhängten gegenseitigen Wirtschaftssanktionen sind aktuelle Informationen zur Lage sowie zu den Perspektiven der Wirtschaftsbeziehungen für Unternehmen enorm wichtig“, ist Grusser überzeugt.
Business Roundtable Russland
Dienstag, 14. März 2017,
10:00 Uhr, IHK Erfurt
Weitere Informationen und Anmeldung über: Mark Bremer / Tel. 0361 3484-200 / E-Mail: bremer@erfurt.ihk.de