17.05.2017

Attraktiver Auslandsmarkt Schweiz

IHK informiert zu den Chancen für Thüringer Unternehmen
Die benachbarte Schweiz gehört zu den weltweit führenden Industrienationen und zu den TOP 15 der wichtigsten Handelspartner des Freistaats. Eine hohe Kaufkraft, die Energiewende und Investitionen in die Straßeninfrastruktur eröffnen Thüringer Exporteuren gute Chancen. Alle notwendigen Informationen erhalten Unternehmer am morgigen Mittwoch (17. Mai) in der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt.
„Thüringer Ausfuhren im Wert von knapp 447 Millionen Euro gingen 2016 in die Schweiz, darunter vor allem Kunststoffprodukte, Eisen-, Blech- und Metallwaren, medizinische Geräte und optische Vorrichtungen“, berichtet Professor Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. Insgesamt würden aktuell 720 Thüringer Unternehmen regelmäßige Handelsbeziehungen zum Nachbarstaat unterhalten.
Im Jahr 2016 stammten 28 Prozent der Schweizer Importe aus Deutschland, bei den Maschinenimporten sogar 40 Prozent, die Nachfrage sei weiterhin hoch. Zwar erschwerten die Wechselkursschwankungen und die Wechselkurspolitik des Landes sowohl Importeuren als auch Exporteuren die Planung. Allerdings gingen die für Investoren eher belastenden Standortfaktoren wie hohe Löhne, Mieten, Grundstückspreise und Lebenshaltungskosten gleichzeitig mit hoher Kaufkraft der Bevölkerung einher, was vielen deutschen Exporteuren Chancen eröffne.
„Potential bietet in den nächsten Jahren die Energiewende in der Schweiz mit Förderungen vor allem in Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebau, in den Neubau oder Ausbau von Wasserkraftanlagen sowie Photovoltaik und Windenergie“, so der IHK-Chef. Auch hätten die Schweizer Radfahrbegeisterten ihre Vorliebe für hochwertige Räder mit Elektroantrieb entdeckt. Wichtig für exportierende Unternehmen wären die Veränderungen, die das revidierte Schweizer Mehrwertsteuergesetz voraussichtlich ab 1. Januar nächsten Jahres in Kraft setze, um Wettbewerbsnachteile inländischer Betriebe gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten zu beseitigen.
Aber auch in der IT-gestützten Verwaltung gehe die Schweiz voran. „Schon jetzt klappt die Gründung einer Schweizer Firma online innerhalb von vier Stunden problemlos“, sagt Grusser. In Thüringen sei dies bislang noch nicht so schnell möglich. Bis 2026 sollen sämtliche Zollprozesse digitalisiert werden, um den Grenzübertritt weiter zu vereinfachen und zu beschleunigen. Ziel sei die zeit- und ortsunabhängige Erledigung der Grenzformalitäten.