"Stark für Familie - Stark für Erfurt"
„Zur Familienfreundlichkeit zählt all das, was für Eltern, für Mann oder Frau, für junge Menschen und Senioren, vor allem jedoch für unsere Kinder wichtig ist und den Alltag lebenswerter macht. Dazu gehören ein familienfreundliches Umfeld, mehr Raum für ein gemeinsames Leben der Generationen, mehr Zeit und Aufmerksamkeit für Eltern und Kinder, eine familienfreundliche Personal- und Arbeitszeitpolitik sowie mehr Angebote an familienorientierten und familienergänzenden Dienstleistungen. Diese Sichtweise stellt uns vor neue Herausforderungen.“
So lautet der erste Abschnitt der gemeinsamen Erklärung von Oberbürgermeister Andreas Bausewein, der Industrie- und Handelskammer Erfurt, den Fraktionen des Erfurter Stadtrates, der Kreishandwerkerschaft Erfurt-Ilmkreis, der Agentur für Arbeit, der ARGE SGB II Erfurt sowie der Stadtliga der freien Wohlfahrtspflege, die am 26. April 2007 im Erfurter Rathaus unterzeichnet wurde.
Mit dem Bündnis „Stark für Familie - Stark für Erfurt“ sollen bereits vorhandene familienfördernde Instrumente und Angebote transparenter gemacht, gebündelt, gestärkt und somit Synergieeffekte ermöglicht werden. Es sollen auch neue Angebote auf den Weg gebracht und etabliert, das Bewusstsein der Erfurter für familiäre Systeme geschärft und Familienfreundlichkeit als weichen Standortfaktor mehr in den Vordergrund gerückt werden.
Das Bündnis bildet den Rahmen für eine effektive und langfristige Vernetzung auf kommunaler Ebene. Dabei geht es nicht darum, Parallelstrukturen zu schaffen, sondern darum sie zu vermeiden. Das wird unter anderem möglich durch eine gemeinsame Koordinierungsstelle von Stadtverwaltung und IHK, die als kompetenter Ansprechpartner sowohl für Bündnismitwirkende als auch Bündnisnutzer fungieren wird.
Die Gründung des Bündnisses „Stark für Familie - Stark für Erfurt“ schreibt einen Prozess der Entwicklung Erfurts zu einer kinder- und familienfreundlichen Stadt fort, der seit 1996 Thema ist und auf Beschlussfassungen des Stadtrates und Jugendhilfeausschusses beruht. An dieser Stelle sind u. a. zu nennen: der Handlungsrahmen „Kinder- und familienfreundliche Stadt Erfurt“ von 1997, die aus der Wohnungs- und Haushaltserhebung von 1999 resultierte, die Erarbeitung der „Materialien zum Familienbericht“ sowie der daraus hervorgegangene Maßnahmeplan „Familienbildung und Familienförderung“.
Dieser Prozess mündete am 21. Januar 2004 in einem Grundsatzbeschluss des Erfurter Stadtrates mit der Zielvorgabe, ein Lokales Bündnis für Familie zu gründen. Schon damals hatte sich die Stadt zum Ziel gesetzt, ein Arbeitsbündnis zu etablieren, das nicht ausschließlich in der Verwaltung verortet ist, sondern eine Vielzahl gesellschaftlicher Akteure der Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft unter einem Dach vereint. Erst durch die deutliche Initiative der IHK Erfurt ist nunmehr ein Lokales Bündnis in Erfurt auf den Weg gebracht worden.
In der unterzeichneten Erklärung steht, dass sie das Erfurter Bündnis „Stark für Familie - Stark für Erfurt“ zu einem Arbeitsbündnis mit gleichberechtigten Partnern entwickeln will, um bei all seinen Entscheidungen den Interessen, Wünschen und Bedürfnissen von Familien zunehmend besser Rechnung zu tragen.